Die Wichtigkeit der Elternkontakte

Autor: Damaris Hadisaputro – erschienen im magazin 02/18

Das Programm der Kinderstunde ist fertig, die Kinder sind verabschiedet, im Kinderstundenraum herrscht Chaos und am liebsten würde ich mich zuerst einmal einfach ein wenig ausruhen. Doch meine Präsentszeit ist noch nicht um. Nun beginnt der zweite Teil der Kinderstunde: das Gespräch mit den Mamis und Papis, die ihre Kinder abholen kommen…

Als Mami von vier Kindern weiss ich, wie wichtig es ist, dass ich jetzt noch ein paar Worte mit den Müttern bzw. Vätern rede. Sie möchten nämlich gerne wissen, wie ihr Kind sich benommen hat, was gemacht wurde und ob sie vielleicht auch etwas unterstützend beitragen können. Vielleicht wollen sie aber auch einfach die Person näher kennenlernen, zu der sie ihr Kind geschickt haben. Gerade heute ist es vielen Eltern sehr wichtig, dass sich ihre Kinder an Orten aufhalten, an welchen ihre Kinder ernst genommen werden. Orte, wo sie gefördert und in ihrer Entwicklung weitergebracht werden. Diesem Bedürfnis wollen wir entgegen kommen.

Die geistliche Unterweisung der Kinder liegt grundsätzlich in der Verantwortung derEltern.

Doch egal, ob sich Mütter und Väter stark für die Aktivitäten ihrer Kinder interessieren oder nicht, es sind sie als Eltern, die in der Hauptverantwortung der Erziehung und insbesondere der geistlichen Prägung stehen. In 5. Mose 11,19a fordert Mose die Eltern auf: «Bringt die Gebote auch euren Kindern bei! Redet immer und überall davon.»

Falls Eltern diesen Auftrag nicht wahrnehmen, liegt es an uns, Kinder zu lehren. (vgl. dazu 5. Mose 31, 13a). Dadurch wird jedoch die Verantwortung der Väter und Mütter ihren Kindern gegenüber nicht aufgehoben. Deshalb ist es – gerade wenn wir an Elternstatt die Kinder über Gott lehren – ausserordentlich wichtig, dass wir den Kontakt zu den Eltern suchen. Alles was wir für das Kind tun, sollte in Unterstützung zum Elternhaus geschehen.

Wie sieht ein gelebter Elternkontakt konkret für uns aus?

Wir müssen uns immer wieder unserer Stellung in Bezug auf das Kind bewusst sein: Niemals können wir den Platz eines Elternteils einnehmen. Vater und Mutter tragen grundsätzlich immer eine grössere Verantwortung. Deshalb ist in der Arbeit mit Kindern die Beziehung zu den Eltern fast genauso wichtig wie die Beziehung zum Kind.

Im Kontakt mit den Eltern geht es zunächst um den Aufbau einer Vertrauensbeziehung. Dies wird ihnen helfen, uns ihr Kind anzuvertrauen. Genauso wichtig ist es aber auch, dass wir mit den Eltern im Gespräch sind über ihr Kind. Dies wird nicht nur uns, sondern auch ihnen helfen, eine ganzheitlichere Sicht auf ihr Kind zu erhalten (persönliche Ebene).

Daneben wollen wir die Eltern aber auch darüber informieren, was geistlich weitergegeben wird. Wenn die Eltern ebenfalls an Gott glauben, dann ist diese Information eine wichtige Hilfe, damit sie das Gelehrte mit dem Kind zu Hause weiter vertiefen können.

Wenn die Eltern nicht gläubig sind, kann sich dadurch eine geniale Möglichkeit ergeben, ihnen vom Glauben weiterzuerzählen (geistliche Ebene).

Die Intensität des Elternkontakts hängt natürlich vom Alter des Kindes ab. Je jünger ein Kind, desto stärker muss in diesen Elternkontakt investiert werden.

Insbesondere im Vorschulalter muss das Kind in der Ablösungsphase weg von den Eltern hin zu uns als neue Bezugspersonen gut begleitet werden. Besonders ängstliche Kinder benötigen sogar noch im Schulalter in diesem Übergang unsere Unterstützung. Neben dem Alter des Kindes hängt die Qualität des Elternkontakts auch von deren Bereitschaft ab, sich zu investieren. Durch das Schaffen von geeigneten Gefässen können wir den Eltern den Kontakt zu uns erleichtern.

Formen, auf welche Weise man Elternkontakte pflegen kann, gibt es viele:

  • ein kurzer Schwatz nach dem Programm
  • ein Elternabend, bei dem man über das laufende Programm informiert
  • ein Elternkaffee, dass parallel oder im Anschluss ans Kinderprogramm angeboten wird
  • ein Event, an dem die Eltern mit am Kinderprogramm teilnehmen können
  • Einsetzen von Müttern und Vätern für verschiedene Programmelemente wie Basteln, Zvieri, Spiele usw.

Ich hoffe, Sie werden inspiriert, die eine oder andere Form in Ihrer Arbeit umzusetzen. Lassen Sie sich von Gott führen, um einen für Ihre Situation passenden Weg zu finden.

Beispiele, wie Elternkontakte konkret gefördert und gepflegt werden können, lesen Sie in unserem neusten magazin_02-2018_Elternkontakte